Home » Wissenswertes » Alle News » Mitten im Leben: Begegnungen undAufklärung zum Weltautismustag
Mitten im Leben: Begegnungen undAufklärung zum Weltautismustag

Bei bestem Frühlingswetter nutzten zahlreiche Menschen die Gelegenheit, sich am Infostand der
„Lebensbrücke“ auf dem Fuldaer Universitätsplatz über Autismus, die individuellen Lebenskonzepte
und Assistenzangebote am Standort in Gersfeld zu informieren. Die Einrichtung für Menschen mit
Autismus der Tanner Diakonie bot an ihrem Aktionsstand genügend Informations- und
Anschauungsmaterial sowie Anreize, direkt ins Gespräch zu kommen.
„Meine Nachbarin hat ein Kind mit Autismus. Ich mache von Ihrem Poster gleich mal ein Foto und
schicke ihr das. Da kommt sie sicher mal vorbei! Wie lange seid ihr heute hier?“ – Ein spontaner
Satz, mitten im Trubel der Stadt und doch so treffend. Denn genau darum ging es den
Mitarbeitenden der „Lebensbrücke“ am Weltautismustag: Aufmerksamkeit schaffen, Verbindungen
knüpfen und Menschen erreichen. Und zwar genau dort, wo das Leben stattfindet.
Autismus bedeutet, die Welt auf eigene Weise wahrzunehmen – mit besonderen Stärken, aber auch
individuellen Herausforderungen im Alltag. Was für viele schnell zur Selbstverständlichkeit wird,
wie Gespräche zu führen, Eindrücke zu filtern oder sich im Tumult zu orientieren, kann für
Menschen mit Autismus eine ganz andere Dimension erreichen. Reize werden intensiver
wahrgenommen, Geräusche können überwältigend sein, Kommunikation verläuft anders und
ungewohnte Situationen können Unsicherheit auslösen.
Genau deshalb ist es so wichtig, ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie unterschiedlich
Wahrnehmung sein kann und wie ein unterstützender Umgang gelingen kann. Denn Autismus ist
keine Krankheit, sondern eine andere Art, die Welt zu erleben. Und das mit eigenen Perspektiven,
Herausforderungen und Potenzialen.
Der jährlich am 02. April stattfindende Weltautismustag macht auf diese Unterschiede aufmerksam
und schafft Raum für Aufklärung. Für die Mitarbeitenden der „Lebensbrücke“ war er in diesem Jahr
vor allem eines: Eine wertvolle Gelegenheit, genau diese Lebensrealitäten sichtbar zu machen und
Menschen dafür zu sensibilisieren.



Am Gründonnerstag zeigte sich das Wetter passend zu der Botschaft von seiner besten Seite.
Strahlender Sonnenschein und angenehme Temperaturen sorgten für ideale Bedingungen für den
Informationsstand auf dem Universitätsplatz in Fulda. Der Zeitpunkt kurz vor dem langen
Osterwochenende erwies sich als Glücksgriff, denn die Stadt war belebt, viele Menschen unterwegs
und offen dafür, stehen zu bleiben und einmal nachzufragen.
Bereits beim Aufbau ab 9 Uhr bei zunächst frostigen 2 Grad, dafür in perfekter Lage direkt hinter
dem Fußgängerüberweg, prophezeiten neugierige Blicke den großen Andrang, der folgen sollte.
Bereits am frühen Morgen wollten Passant*innen erfahren, was hier entsteht. Ein Interesse, das den Informationsstand den ganzen Tag über begleiten sollte. Mit dem offiziellen Start um 11:00 Uhr und den stetig steigenden Temperaturen füllten sich nicht nur die Straßen, sondern auch der Uniplatz: Viele nutzten die Gelegenheit für einen letzten Einkaufsbummel vor den Feiertagen und blieben stehen, informierten sich, stellten Fragen oder kamen ganz ungeplant ins Gespräch.
Das Angebot lud dazu ein, sich aktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen: Neben Infomaterial rund um Autismus und die „Lebensbrücke“ sorgten anschauliche Beispiele zur Unterstützten Kommunikation (UK) sowie ein Glücksrad mit kleinen Preisen für Aufmerksamkeit unter den kleinen Besucher*innen. Besonderen Anklang fanden die Tulpen mit kleinen Ostergrüßen, die als nette Geste an Vorübergehende verschenkt wurden. Auch die Möglichkeit zu spenden wurde gerne
genutzt.
Im Laufe des Tages entwickelte sich ein intensiver und nicht zuletzt sehr persönlicher Austausch.
Viele Menschen berichteten von eigenen Berührungspunkten mit Autismus, sei es im familiären
Umfeld, in der Nachbarschaft oder im beruflichen Kontext. Andere nahmen zum ersten Mal bewusst
wahr, wie vielfältig und individuell Autismus ist. Für alle Fragen standen die spezialisierten
Mitarbeitenden der Tanner Diakonie als kompetente Ansprechpartner*innen zur Verfügung. Auch ein paar Klient*innen der Lebensbrücke mischten sich unter das Publikum auf dem gut gefüllten
Universitätsplatz und freuten sich über die vertrauten Gesichter der Mitarbeitenden sowie kleine
Gewinne, die sie beim Dreh am Glücksrad ergatterten.
Bis in den Nachmittag hinein, der noch einmal spürbar an Dynamik gewann, durfte die Einrichtung
Menschen an ihrem Stand begrüßen. Vielen von ihnen war die Lebensbrücke zuvor noch kein
Begriff. Umso wertvoller war es, die Arbeit vorzustellen, Einblicke zu geben und ein besseres
Verständnis für die Lebensrealitäten von Menschen mit Autismus zu schaffen.





Ihre Unterstützung
Jetzt spenden: Für Menschen. Für Teilhabe. Für unsere Region.
Jeder Beitrag hilft, Menschen mit Beeinträchtigungen mehr Möglichkeiten und Lebensfreude zu schenken.
Tanner Diakoniezentrum gGmbH
Evangelische Bank eG
IBAN DE62 5206 0410 0000 3003 65
BIC GENODEF1EK1
Sie erhalten selbstverständlich eine Spendenbescheinigung.
